Am 6. April 2002 veranstaltete das Deutsche Museum Bonn im Rahmen der Museumsnacht eine „Liebesnacht“. Auch die BUSC war geladen, zu diesem Themenabend beizutragen mit einer Performance von „Romeo und Julia“, extra für das anglophobe Publikum auf Deutsch, auf eine Stunde gekürzt und angepasst an die Rahmenbedingungen des Museums. Begleitet und kommentiert wurde die Darbietung der BUSC von einzelnen Beiträgen des Neurobiologen Prof. Dr. Rainer Landgraf, der die naturwissenschaftliche Seite des Liebeslebens der Capulets und Montagues unter die Lupe nahm.
Im Rahmen des Jubiläumsfestivals der BUSC soll das Stück erneut aufleben, diesmal in der Theaterwerkstatt der Brotfabrik und mit neuem Konzept. Sowohl Licht- als auch Soundeffekte, der Einsatz von Musik und die Praktikabilität der Bühne ermöglichen der Schauspielertruppe eine weitaus intensivere Beschäftigung mit dem Stück unter theaterwissenschaftlichen Aspekten, insbesondere durch den Einbezug des Publikums.
Die Verurteilten
Die Pest auf Eure Häuser, beide!
Mit gepresster Stimme stößt Mercutio die Verwünschung hervor, nachdem die Klinge des Tybalt in seinen Leib fährt.
Der Spaßmacher ist tot, der Spaß ist aus.
Es ist gerade dieses erschreckende Ereignis – der Tod einer der sympathischsten Figuren des Stückes – mit dem Shakespeare ein dunkles Netz über die anfänglich leichte Atmosphäre webt, die mit viel Witz und Vergnüglichkeit in Szene gesetzt wird.
Mercutio, der Possenreißer, hat stets einen passenden Spruch auf den Lippen, um dem Publikum trotz der Fehde der zwei Häuser einige Lacher zu entlocken. Aber er muß als Erster sterben, mit einem Fluch auf den Lippen, der Schatten auf die verfeindeten Häuser werfen wird.
Und doch deutet sich die Dunkelheit schon äußerst früh an. Noch bevor Romeo das Haus der Capulets betritt, noch vor der Begegnung mit Julia, bevor überhaupt der erste Funken ihre Liebe entfacht, spürt er Unbehagen: „Denn mir ist bang vor etwas, was noch in den Sternen hängt.“ Überdeutlich setzt Shakespeare die Akzente, die Schicksalsglocken läuten bereits früh den Untergang des Liebespaares.
Mercutios Tod ist Scheitelpunkt des Stückes, und er ist derjenige, der das Motiv der Rache zu der Schicksalsmotivik hinzufügt, und damit die Komödie, das Lustspiel und die Schelmerei zur Tragödie wandelt: Das Lachen erstickt, das Lächeln erstarrt – an seine Stelle treten Trauer, Hass, Tod.
Das Schicksal ist unausweichlich. Dem Liebespaar wird der Prozeß gemacht. Gibt es eine Gerechtigkeit? Dem Publikum überlässt der Fürst Escalus das letzte Urteil.
Und doch: „Alle sind gestraft!“
Regie & Adaption
- Hendrik Wevers
Cast
- Escalus, Fürst von Verona – Daniel Seibert
- Graf Paris – Christoph Seibert
- Pater Lorenzo – Ernst Maresch
- Bruder Johannes – Christoph Seibert
- Gefolge des Escalus – Frank Niemeyer, Vanessa Plate, Kerstin Buck, John Bieling
Die Montagues
- Der alte Montague – Peter Griese
- Romeo – Georg Reinartz
- Benvolio – Eva Gridi-Papp
- Mercutio – Hendrik Wevers
- Balthasar – Martin Kuhnen
Die Capulets
- Der alte Capulet – Michael Meisel
- Julia – Julia Steinmann
- Tybalt – Chris Karpenchuk
- Julias Amme – Stefanie Vorholt
- Gregorio – Christoph Seibert
Crew
- Musik – Nightwish (Songs composed by T. Holopainen), After Forever
- Sound – David Becker
- Bühne – Daniel Seibert
- Kostüme und Maske – Stefanie Vorholt
- Lights – Marcus Becker
- Prompts – Bernadette Lieder, Rebecca Kroesen










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