
Mit Othello bringt die BUSC eine von Shakespeares meistgespielten und beliebtesten Tragödien auf die Bühne. Im Fokus steht das Thema “Manipulation” in all seinen Facetten.
General Othello hat sich für Venedig in Zeiten des Krieges verdient gemacht. Doch er ist weiterhin ein Außenseiter, nicht zuletzt wegen seiner Hautfarbe und seiner maurischen Abstammung. In aller Stille heiratet er seine geliebte Desdemona, die Tochter eines venezianischen Senators und wird prompt vor den Hohen Rat zitiert. Zwar kann er sein Handeln mit starken Worten verteidigen, doch die venezianische Welt ist ihm fremd. Immer wieder muss er seinen Fähnrich Iago um Rat fragen.
Dabei ahnt er nicht, dass er in Iago seinen größten Widersacher gefunden hat. Zerfressen von Neid und Eifersucht will der Fähnrich Rache dafür, dass Othello ihn bei der Beförderung zugunsten des jungen Cassios übergangen hat. Nun inszeniert er in einem perfiden Spiel Othellos seelischen Untergang. Nach und nach verblasst die Wahrheit hinter Iagos Lügengespinst, und als die Gerechtigkeit verstummt, spricht das Schwert.
Regie
- Hendrik Wevers
Cast
- Othello – Felix Meyer
- Iago – Aingeal Flanagan
- Desdemona – Charlotte Kuhlen
- Cassio – Alexander Holle
- Roderigo – Ivaylo Ivanov
- Emilia – Birte Abraham
- Bianca – Silvia Arcq
- Brabantio – Simon-Dominik Otte
- Gratiano – Peter Schild
- The Duke of Venice / Clown – Bernadette Lieder
- Senators / Gentlemen – Kerstin Feuersänger / Rebecca Kroesen
- Montano – Annie Buenker
- Messenger – Florian Reimer
- Lodovico – Philipp Gierenstein
Crew
- Stage Management: Rebecca Zündorf
- Lights: Markus Becker, Florian Hoffmann
- Film und Schnitt: Georg Lenzen, Hendrik Wevers
- Bühne: Maja Friedrich, Hendrik Wevers
- Kostüme / Maske: Gislind Rohwer
- Live Music composed by Hendrik Wevers, Ralph Püttmann
- Live Music arranged by Michael Küssner
- Live Music performed by Collegium Musicum
- Fechtchoreographie: Chris Karpenchuk
Production
- Anja Petersen
- Imke Pannen
- Peter Schild
- Simon-Dominik Otte
- Maja Friedrich
- Hendrik Wevers
- Gislind Rohwer
Presse
Weiß ist hier nicht die Farbe der Unschuld Von Marc Heinz (Artikel vom 09.07.2005)
Beuel. Auf dem Werbeplakat der Bonn University Shakespeare Company (BUSC) starrt ein Auge in Nahaufnahme den Betrachter an. Ist es das Auge des tragischen Titelhelden Othello? Diese Interpretation ergibt sich aus dem Stück selbst, denn dem dunkelhäutigen Othello wird zum Verhängnis, dass er nur glaubt, was er sieht und vom Intriganten Iago hört. Seiner Frau Desdemona, die er des Ehebruchs beschuldigt, vertraut er nicht, und am Ende erstickt er sie mit einem Kissen.
Doch Shakespeare reizt die Tragik noch weiter aus. Sein venezianischer Held wird durch Iagos Frau Emilia aufgeklärt, erkennt seinen schrecklichen Irrtum und ersticht sich am Totenbett seiner Liebsten. Die BUSC hat nach den komödiantischen Stoffen “A Midsummer Night’s Dream” und “The Country Wife” im vergangenen Jahr nun eine Tragödie ausgewählt und ihr zusammen mit Regisseur Hendrik Wevers den eigenen Stempel aufgedrückt.
Die Gruppe ist bunt gemischt. Einige Akteure bringen bereits Bühnenerfahrung aus vorherigen Stücken oder – wie die beeindruckende Iago-Darstellerin Aingeal Flanagal – aus anderen Formationen mit. Peter Schild als Gratiano gehörte sogar bereits der Originalbesetzung von 1992 an. Eine Reihe von Mitwirkenden, wie der engagierte Cassio-Darsteller Alexander Holle oder Silvia Arcq als Bianca, tritt hingegen zum ersten Mal für die BUSC auf.
Und so spinnt sich eine nach der anderen Intrige Iagos um den Mohren von Venedig, den Felix Meyer ungeschminkt und mit unbändiger Energie verkörpert. Da wird die heimliche Hochzeit Desdemonas beim Vater angeschwärzt, ein Edelmann auf die treue Ehefrau angesetzt. Und da wird dem vor Eifersucht schon kranken Othello eine Affäre seiner Frau mit Cassio vorgegaukelt.
Objekt des Anstoßes ist Desdemonas Taschentuch, das von ihrer Zofe Emilia – Iagos Frau – entwendet und zunächst eher spielerisch Cassio zugeführt wird. Zu spät erkennt Emilia (Birte Abraham) die Ernsthaftigkeit des Spiels; sie bezahlt den Kampf um Gerechtigkeit mit ihrem Leben.
Alle Figuren, mit Ausnahme Othellos, tragen Weiß, aber es ist nicht die Farbe der Unschuld und Wahrheit. Auf weißem Untergrund kommen die blutigen Flecken des Hasses und der Rache besser zur Geltung. Auch das Bühnenbild wurde auf das Wesentliche reduziert: eine weiße Leinwand (bestens für Videoprojektionen geeignet), Seitenwände aus Metall und ein Quader in der Mitte, der Brunnen und Bett zugleich darstellt. Womöglich der einzige Platz der Unschuld, an dem Desdemona (Charlotte Kuhnen) schließlich stirbt.
Weitere Vorstellungen: 9., 10. und 12. bis 15. Juli, jeweils um 20 Uhr.











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