
Um seiner harten Gefängnisstrafe im Gefängnis von Pendelton zu entgehen, überzeugt Randall McMurphy die Gefängnisleitung von seiner psychischen Störung und lässt sich in eine geschlossene Anstalt einweisen.
In der Anstalt herrscht die Oberschwester Ratched, die mit Elektroschocktherapie arbeitet, um ihre Patienten, die teilweise freiwillig, teilweise auf Anweisung in der Anstalt sind, ruhig zu stellen. Ebenso zeigt sie teilweise sadistische Merkmale im Umgang mit einigen Patienten. McMurphy erinnert dies an seine Erfahrungen im Koreakrieg.
McMurphy ist nicht bereit, sich den harten Gegebenheiten in der Anstalt anzupassen und rebelliert offen gegen das System, er veranstaltet Parties und verlangt Änderungen im Tagesablauf. Äußerem Druck hält er dabei lange stand. Er entwickelt eine Freundschaft zu dem nur „Chief“ genannten Mitinsassen, der sich allen anderen gegenüber taub und stumm stellt, mit McMurphy aber spricht und auch die Flucht plant. Als aber McMurphy nach einem tätlichen Angriff auf die Schwester einer Lobotomie unterzogen wird und der Chief erkennt, dass es für McMurphy keine Rettung mehr gibt, erstickt er diesen und flieht selbst aus der Anstalt.
Regie
- Simon-Dominik Otte & Jason Smith
Schauspieler
- Chief Bromden – Sebastian Klement
- Aide Williams – Lukas Wosnitza
- Aide Warren – Gregor Pallast
- Nurse Ratched – Aingeal Flanagan
- Nurse Flinn – Kristina de Giorgi
- Dale Harding – Hendrik Wevers
- Billy Bibbit – Felix Meyer
- Charles Atkin Cheswick III – Falko Bakic
- Frank Scanlon – Jens Küstner
- Anthony Martini – Peter Schild
- Ruckly – Matthias Heim
- Randle Patrick McMurphy – Chris Karpenchuk
- Dr. Spivey – Patrick David Dozsa
- Aide Turkle – Philipp Gierenstein
- Candy – Maja Friedrich
- Sandra – Beate Linnenkamp
- Technician – Daniel Kalle
Crew
- Stage Manager: Miriam Wezisla
- Stage: Maja Friedrich, Alexander Holle
- Costumes: Cornelia Kleines
- Make-up: Beate Linnenkamp
- Production Designer: Eugen Schramm
- Photos: Claudia Reitz
- Poster Design: Jason Smith
- Trailer: Jens Kaulen
Produktion
- Stephan Richter-Bernburg
- Maja Friedrich
- Cornelia Kleines
- Simon-Dominik Otte
- Peter Schild
- Jason Smith
- Silvia Arcq
Bonn. Es ist nicht vollkommen normal für die Bonn University Shakespeare Company (BUSC), sich eines modernen Stückes anzunehmen. Aber was ist schon normal? Und was ist verrückt? Zwei Fragen, die Ken Keseys Roman “Einer flog übers Kuckucksnest” von 1962 immer wieder aufwirft.
In der Brotfabrik führen die Jungschauspieler der BUSC jetzt in einer Inszenierung von Simon-Dominik Otte und Jason Smith “One Flew Over the Cuckoo’s Nest” in englischer Originalsprache auf.
Die Geschichte ist im Kern eine Fabel über totalitäre Systeme und ihre Methoden, die in eine psychiatrische Anstalt verlegt wird. Hierher gerät auch Randle Patrick McMurphy (Chris Karpenchuk), ein geborener Unruhestifter, der verrückt spielt, um einem Gefängnisaufenthalt zu entgehen.
In seiner Patientengruppe führt die äußerlich nette Schwester Ratched (Aingeal Flanagan) ein straffes Regiment. Genauso wie sie den demokratischen Charakter ihres Führungsstils betont, hält sie ihre Patienten mit subtilen und weniger subtilen Drohungen in Schach.
Ein Mann wie McMurphy, der derbe Späße liebt und Autorität verachtet und damit zum Idol seiner Mitinsassen wird, ist für sie ein Ärgernis, das beseitigt werden muss. Gespielt wird, die Unfreiheit der Patienten andeutend, hinter einem Drahtzaun – Eugen Schramm, Jan Apostolidis und Max Kiejne haben ein realistisches und wirkungsvoll reduziertes Bühnenbild geschaffen.
McMurphy ist in jeder Version des Stoffes das Energiezentrum der Handlung. Daneben stehen die kontrollsüchtige Schwester Ratched und der hünenhafte Indianerhäuptling Bromden, genannt “Chief” (Sebastian Klement in seinem Debüt bei der BUSC). Statt zur Rebellion ist er nur noch zur Resignation fähig.
Chris Karpenchuk als McMurphy füttert alle seine Szenen mit Energie und macht seine mitreißende Wirkung auf die ansonsten gefügigen Mitpatienten glaubhaft. Auch seine Episoden mit der strengen Ratched und dem isolierten Chief balancieren die Dramatik der Geschichte fantastisch aus.
Eine weitere Aufführung am 15. Dezember, 20 Uhr, in der Brotfabrik.
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